Ein Not-Landseer zieht ins Haus - Paula

Bisher hatten wir 4 Hunde. Otto aus dem Tierheim, an dem wir
vermutlich alles verkehrt gemacht, was nur ging. Er wurde 14
Jahre alt.

Caspar, ein recht kapitaler Dobermann, den aber niemand
bei sich aufnehmen wollte, weil er so Furcht einflößend aus-
sah. Caspar wäre lieber ein ganz kleiner Hund gewesen, um
den ganzen Tag auf dem Schoß zu sitzen und beschmust zu
werden.

Ben, ein Landseer, den wir mit 7 Jahren als Nothund bei uns aufgenommen haben. Als Ben kam, zerbrach unser Aquarium.
Ben lag daneben, Fische zappelten um seine Nase, Hektik
überall. Er nahm es gelassen, cool und wir waren begeistert.
Leider starb Ben viel zu früh an einer Magendrehung.
Das Wesen und Ben`s Ausgeglichenheit haben uns über-
zeugt, dass ein Landseer für uns der richtige Familienhund ist.
Nach Ben`s Tod wollten wir nicht ohne Landseer leben.

Dann kam Paula!

Gerade ein jährig stand sie zur Vermittlung.
Im Laufe der Zeit „erpuzzelten“ wir uns ihr erstes wichtiges
Hundelebensjahr! Sie war überhaupt nicht sozialisiert, kannte
kaum Anordnungen. Sie durfte so leben, wie sie es wollte. So
präsentierte sie sich über lange Zeit!

Nicht zur Abschreckung, aber so etwas kann passieren!

Sie zerlegte zwei Tierarztpraxen und wir konnten sie nur noch
im Auto behandeln lassen.
Auto fahren kannte sie gar nicht. Entsprechend wackelte und
vibrierte mein Wagen bei jeder Hundeautoübungsfahrt mit ihr.
Jeder Hund in unserem Viertel wurde „angemacht“, was für
uns als Besitzer manchmal unangenehm war. Was jeder
kleine Jack Russel sich erlauben durfte, sah natürlich bei
einem Landseer viel dramatischer aus!
Den Garten hatte sie neu gestaltet, aber auch die Küche.
Schuhe verschwanden, Mülleimer wurden ausgeleert und im
Haus verteilt. Wir hatten das Gefühl, dass es Paula voll-
kommen egal war, ob sie jetzt bei uns lebte oder irgendwo
anders. Sie bekam ihr Futter, hatte ihren Schlafplatz und die
Hundewelt war in Ordnung. Eine Bindung konnte sie zu An-
fang nicht eingehen.

Wie Frau Stausberg in ihrer Beschreibung unter Erziehung
über den Landseer berichtet: „Ein Landseer entscheidet
selbst! Mal ausgeprägter, mal weniger.
Man kann es als Sturheit auslegen oder als „ich checke erst
mal die Situation“. Unser Hund überlegt genau, ob es sich
lohnt, eine Anordnung auszuführen. Manchmal hilft ein Lecker-
chen, manchmal auch nur ein etwas schärferer Ton.
Manchmal hilft aber auch nichts.
Paula ist zu allen Menschen aufgeschlossen und freundlich.
Wir können sie mit zur Arbeit nehmen. Dort liegt sie friedlich
und ist eine Sympathieträgerin dieser Rasse.
Man sollte allerdings nicht vergessen, dass diese „Bärchen“
ihr Eigenleben haben. Sich mal eben auf einen Landseer
einzulassen geht nicht.

Dieser Hundetyp fordert Besitzer und will auch
gefordert werden.

Wir leben nun schon seit drei Jahren mit ihr zusammen. Regel-
mäßig besuchen wir die Bonner-Landseer-Runde, treffen dort
andere Landseer-Freunde, üben und trainieren mit unserem
Hund und haben bisher nur positive Resonanz über das Ver-
halten von Paula bekommen.

Das baut auf.

A. D.

Unser Nothund Kaja

Schon seit längerer Zeit wurde bei uns der Wunsch nach
einem Hund immer größer.

Wir waren uns einig, dass es ein Landseer oder Neufund-
länder sein sollte, da uns der Charakter und das ruhige,
ausgeglichene Wesen dieser Rassen besonders gut gefällt.
Auch war uns klar, dass es ein ausgewachsenes Tier sein
sollte, da wir einen damals dreijährigen Sohn haben und wir
da mit einem Welpen doch die ein oder anderen Probleme
befürchteten. Wir hielten lange Zeit Ausschau nach einem
Nothund im Internet und auch Frau Freudenthal hörte sich nach
einem, für uns geeigneten Landseer um.

Dann an einem verregneten Sonntag, als ich gelangweilt im
Internet surfte, entdeckte ich eine Anzeige: 2-jährige Neufi-
hündin abzugeben.... kurzentschlossen rief ich dort an und
erfuhr, dass Kaja (richtiger Name: Pandora von der Düssel)
schweren Herzens von ihrer Besitzerin einer‚ Problemhunde-
therapeutin, aus Scheidungsgründen in gute Hände vermittelt
werden sollte.
Nach einem kurzen Gespräch mit Angelika (der damaligen
Besitzerin) vereinbarten wir ein Treffen bei uns, da sich
Angelika ein Bild von Kaja´s neuem Zuhause machen wollte
und uns alles über die Eigenschaften von Kaja berichten wollte.

Am nächsten Tag kamen die Beiden und Angelika war sich
sicher, dass ihr Hund sich bei uns wohl fühlen würde. Sie gab
uns noch eine Einweisung zu Kaja´s Erziehung, da sie nach
dem Speechless-Dog-Trainings-System, d.h. Kaja befolgt
Kommandos nur auf bestimmte Handzeichen erzogen worden
war und da sie wie fast alle Neufi´s das Wasser liebt, hatte
Angelika sie auch zum Wasserarbeitshund ausgebildet. Sie
fuhr mit Kaja wieder nach Hause, denn wir hatten vereinbart
Kaja dort abzuholen. Am nächsten Morgen fuhren wir also los
und holten unser Neufi-Mädchen ab. Angelika fiel der Abschied
sehr schwer, Kaja dagegen sprang ganz freudig in unser Auto.

Die ersten Tage lief sie uns auf Schritt und Tritt hinterher,
befolgte ohne Probleme sämtliche Kommandos, die wir ihr
erteilten. Lediglich vor unseren Ponys zeigte sie etwas
Respekt.
Mit unserem Sohn, den Katzen und auch dem Hund meiner
Schwiegereltern vertrug Kaja sich bestens. Bei Fragen zu Kaja
stand uns Angelika jederzeit zur Seite und sie ist uns mittler-
weile eine sehr gute Freundin geworden.
Nach einigen Tagen hatte sie sich bei uns eingelebt und ist ein
richtiges Familienmitglied für uns geworden und selbst mit den
Ponys ist sie mittlerweile „gut Freund“.

Fast immer und überall ist sie dabei, ob im Zoo bis hin zu
unserem Urlaub, Kaja ist dabei und es läuft absolut problem-
los. Sie stört sich an keine anderen Hunde, selbst wenn diese
an ihr herumspringen und sie ankläffen. Ab und zu lässt es sich
auch mal nicht umgehen, dass sie allein zu Hause bleiben
muss, dann legt sie sich vor die Tür und wartet geduldig bis wir
zurück kommen um uns stürmisch zu begrüßen.

Wir bereuen es keine Minute einen „Nothund“ zu uns ge-
nommen zu haben und möchten unser Neufi-Mädchen nicht
mehr missen, sie ist uns allen ans Herz gewachsen.

A . T . T . B