20. März 2009

- NACHRUF AUF BETTY! -

Viel zu kurz war unsere Zeit.

Doch was ist schon Zeit, wenn es in ein paar Jahren die Unendlichkeit gibt?

Ich weiß, du wirst auf mich warten, auf mich achten, ein kleiner Schutzengel sein.

Vor lauter Tränen kann ich gar nicht klar denken, aber jede einzelne Träne ist für dich geflossen.

Jede einzelne zeigt einen Moment unseres kurzen gemeinsamen Leben.

Ein gemeinsames Leben, welches leider viel zu kurz war!

Heute ist unsere Betty, Notfall vom 10. März 2009, verstorben.

Die Landseer Nothilfe nimmt mit gemischten Gefühlen Abschied von Betty.

Einerseits hätten wir Betty natürlich ein viel längeres Leben in ihrem neuen Rudel gewünscht,

aber andererseits tröstet es uns ein wenig,

dass Betty nicht einsam und alleine den Weg über die Regenbogenbrücke gehen musste.

Wir sind sehr traurig!















Die Regenbogenbrücke

Eine Brücke verbindet den Himmel und die Erde.
Wegen der vielen Farben nennt man sie die "Brücke des Regenbogens".
Auf dieser Seite der Brücke liegt ein Land mit Wiesen, Hügeln und saftigem Gras.
Wenn ein geliebtes Tier auf der Erde für immer eingeschlafen ist, geht es zu diesem
wunderschönen Ort. Dort gibt es immer zu Fressen und zu Trinken und
es ist warmes schönes Frühlingswetter.
Die alten und kranken Tiere sind wieder jung und gesund.
Sie spielen den ganzen Tag zusammen.
Es gibt nur eine Sache, die sie vermissen. Sie sind nicht mit ihren Menschen
zusammen, die sie auf der Erde so sehr geliebt haben.

So rennen und spielen sie den ganzen Tag zusammen,
bis eines Tages plötzlich eines von ihnen innehält und aufsieht.
Die Nase bebt, die Ohren stellen sich auf und die Augen werden ganz groß!
Plötzlich rennt es aus der Gruppe heraus und fliegt über das grüne Gras.
Die Füße tragen es schneller und schneller.

Es hat Dich gesehen!

Und wenn Du und Dein Freund sich treffen,
nimmst Du ihn in Deine Arme und hältst ihn ganz fest.
Dein Gesicht wird geküsst, wieder und wieder, und Du schaust endlich
wieder in die Augen Deines über alles geliebten Tieres,
das so lange aus Deinem Leben verschwunden war, aber niemals aus Deinem Herzen.

Dann überschreitet Ihr gemeinsam die Brücke des Regenbogens
und Ihr werdet nie wieder getrennt sein!

(Autor unbekannt)








14. März 2009

Mein Frauchen starb und ich blieb zurück …

Die Geschichte von Betty, einer fast elfjährigen Landseer-Hündin!

Dieser Bericht wurde im Vorfeld verfasst. Wir veröffentlichen ihn erst heute am 14. März 2009, da wir ggf. die
ganze
Aktion gefährdet hätten. Wir verzichten in diesem Bericht auf Grund der Rechtslage, auf direkte Namens-
nennungen. Wir bitten daher um Ihr Verständnis!



Dienstag, 10. März 2009

Am 10. März 2009 erhielt die Landseer-Nothilfe den Anruf einer besorgten Hundefreundin. Die ältere Dame erzählte uns,
dass sie sich Sorgen um die Landseer-Hündin „Betty“ macht. Betty gehörte einer Bekannten die verstorben sei und nun ganz
alleine auf dem Grundstück lebe. Bei uns gingen sofort alle Alarmglocken an, da wir uns sofort an den Notfall - Coco -
vom März 2008 erinnerten.
Diesmal sollte der Ignoranz der Leute nicht wieder Vorschub geleistet werden, obwohl wir seinerzeit
schneller als es überhaupt ging reagiert haben, fürchteten wir wieder Zeitnot. Das sollte keinem Hund noch einmal passieren!

Denn an den Fall von Coco werden alle Beteiligten noch lange denken. (Den Bericht finden Sie - HIER - )

Noch am späten Abend, nach vier Stunden Dauertelefonaten auf allen Leitungen, waren wir sicher, dass es diesmal klappt.
Ein netter Nachbar versicherte uns, dass er die Landseer-Hündin bis zur Übergabe an die Landseer Nothilfe versorgen wird.
Das Tierhospiz - Hof Elise in Lohkirchen war sofort bereit Betty aufzunehmen und bereitete sich noch am gleichen Abend auf
den neuen Notfall vor.

Nun gab es aber noch andere Probleme zu lösen. Wer ist denn nun der Eigentümer von Betty und kann uns den Hund über-
geben? Gibt es nicht Verwandte der verstorbenen Besitzerin, die sich um Betty kümmern können? und nicht zuletzt die Frage:
Wie kommt Betty von Ostfriesland nach Oberbayern, da das über 900 Autobahnkilometer sind?

Bei unseren weitere Recherchen ergaben sind einige Tatsache, die für die aktiven Mitglieder der Landseer Nothilfe zwar nicht
neu, aber immer wieder erschreckend sind.
Die liebe Verwandtschaft war auf Nachfragen nicht bereit auch nur einen einzigen
Lösungsvorschlag zu machen. Ganz im Gegenteil, man hatte schon versucht den „Köter“ zu entsorgen, sprich, dem aufmerk-
sam kümmernden Nachbarn wurde mitgeteilt, er solle Betty einschläfern lassen.

Die Verwandtschaft hat sich, laut der netten Nachbarin, in den letzten 10 Jahren überhaupt nicht in Ostfriesland blicken lassen,
nur jetzt, wo das Erbe ansteht, kann es nicht schnell genug gehen. Das Haus ist schon leer geräumt und täglich kommen
Makler mit potenziellen Käufern vorbei um sich das Objekt anzuschauen. Die Hündin flüchtet in den Garten, entweder sie sieht
Keiner oder sie will auch Keiner mehr sehen.

Eine solche Ignoranz ist uns noch nicht untergekommen! Es ist wirklich zum Kotz..!

Vorsicht Ironie: „Wir wünschen den Erben viel Spaß mit dem Geld von Frau Eva X. Wir finden es auch ganz toll, dass der letzte
Wille der alten Frau „Es soll meiner lieben Betty immer gut gehen“ so überaus sensibel von den Verwandten umgesetzt wurde!


Mittwoch, 11. März 2009

Die weiteren Vorbereitungen für Betty laufen. Die Rettungskette wird organisiert. Übergabepunkt und Uhrzeiten werden mit
allen Beteiligten durchgesprochen. Eine kostenlose Rechtsberatung, bei einem befreundeten Anwalt, soll noch alle rechtlichen
Bedenken und Fragen klären.


Donnerstag, 12. März 2009

Alle rechtlichen Fragen sind soweit gelöst. Die Vorbereitungen sind mit allen Beteiligten durchgesprochen. Die Planung sieht
vor, dass Betty am frühen Freitagmorgen in Ostfriesland abgeholt wird. Ein Mitglied der Landseer-Nothilfe wird sich um 5.00 Uhr
auf den Weg in den hohen Norden machen. Die Übergabe soll dann gegen 9.00 Uhr erfolgen. Laut Bericht der Nachbarschaft ist
der Zustand der Hündin wohl recht bedenklich. Betty ist super ängstlich und hat das Vertrauen zu uns Menschen verloren.
Es wird schon eine Aufgabe werden, ein wenig Vertrauen aufzubauen um die Hündin dann in das Auto zu bekommen.
Gegen 14.00 Uhr und nach ca. 450 Km, soll dann in der Höhe von Hanau die Übergabe an das Tierhospiz - Hof Elise erfolgen.
Betty wird dann umsteigen und ihre Weiterreise nach Lohkirchen, noch einmal über 450 Km, antreten.

Wir hoffen, dass die Hündin diesen Mammuttransport einigermaßen verkraften wird und werden so oft wie möglich einige Pausen
einplanen. Das Wohlbefinden von Betty geht halt vor, auch wenn die Fahrt für sie ein wenig länger dauern wird.
Im Tierhospiz -
Hof Elise ist alles für die Ankunft von Betty vorbereitet. Ein molliges, warmes Plätzchen wartet schon auf sie. Sie wird von
Menschen begrüßt werden, die ihr Erscheinen gar nicht mehr abwarten können.


Freitag, 13. März 2009

8.10 Uhr:
Die Landseer Nothilfe ist vor Ort.

9.00 Uhr:
Es ist vollbracht! Betty ist ins Auto der Landseer Nothilfe eingestiegen. ABFAHRT - in eine bessere und schönere Zukunft!
Von Betty, kein Blick zurück. Jetzt wird Alles gut!

10.00 Uhr:
Erste Pause nach 100 km. Betty ist sehr schüchtern, fast ängstlich. Sie weiß nicht so recht was mir ihr passiert, geht aber
gerne und bereitwillig bei einem kleinen Sparziergang mit.

11.30 Uhr:
Betty hat die ganze Zeit geschlafen und wird nur wach, weil das Auto anhält. Das angebotene Futter und Wasser möchte sie
nicht. Bei dem Rundgang über den Rastplatz wird schon ein wenig geschnuppert. Mit einem beherzten Sprung möchte sie
zurück in das Auto, ihren dicken Pöppes (Sorry Betty!) bekommt sie dabei aber nicht mit in den Kofferraum. Ein wenig
Unterstützung und sie sitzt hinten wie eine Eins. Ihr Blick sagt: Na dann los, fahr schon weiter! Na dann ...

13.00 Uhr:
Nochmals eine kleine Rast. Betty will aber gar nicht aussteigen, holt sich aber gerne eine
große Portion Streicheleinheiten ab.
So langsam taut sie auf und dreht auch ihren Kopf nicht mehr weg, wenn man sie direkt anspricht.

14.10 Uhr:
Übergabepunkt nach 455 Km erreicht. Wir haben noch ein wenig Zeit, denn Wolfgang vom Tierhospiz - Hof Elise steckt in
einem 30 Km Stau in Würzburg fest. Bei einem längeren Sparziergang läuft Betty an der Leine schön neben einem her.

14.30 Uhr:
Betty muss umsteigen und macht sich auf den Weg nach Lohkirchen.

Mach es gut Betty, es war sehr schön Dich kennengelernt zu haben!
Du bist eine wirklich charmante, ältere Landseer-Lady, die man nur lieb haben kann.
Ich wünsche Dir alles, alles Gute!

20.30 Uhr:
Meldung von Wolfgang.
Betty ist in ihrem neuen Zuhause angekommen. Ihr neues Rudel hat sie ganz herzlich begrüßt. Betty ist schwanzwedelnt auf
ihr neues „Frauchen“ zugelaufen. Was wollen wir denn mehr? Wie sich Betty einleben wird, werden erst die nächsten
Wochen zeigen.

Die Landseer Nothilfe möchte sich bei Allen, die bei dieser Aktion beteiligt waren, recht herzlich bedanken.
Wir sagen im Namen von der Landseer-Hündin Betty: D A N K E !

Das letzte Wort gehört Betty:

"Ich finde es ganz großartig, dass es Leute gibt, die sich so für mich eingesetzt haben! Ich danke Euch! - Wuff -










Freitag, 14. März 2009

Betty bei der Übergabe in Hanau



















Samstag, 14. März 2009

Hier die Bilder von Betty und ihren neuen Freunden!










Unsere Freunde vom Tierhospitz - Hof Elise in Lohkirchen