






Sehr geehrte Frau X,
gerne möchte ich die Gelegenheit nutzen mich bei Ihnen vorzustellen.
Mein Name war Coco!
Leider wurde ich vergessen als mein Herrchen Ihnen zur Betreuung unterstellt wurde.
Sie kannten mich wohl gar nicht?! Aber ich war da!
Seit dieser Zeit saß ich in meinem Verschlag, fünf lange Jahre, und wartete auf mein
Herrchen. Jeden Tag dachte ich, er muss doch wieder kommen. So vergingen die Jahre,
mein Gedächtnis hat in dieser Zeit sehr nachgelassen, so dass ich fast meine guten Tage
mit meinem menschlichen Freund vergessen habe.
Aber wirklich aufgehört zu hoffen, habe ich nie!
Ich denke das unterscheidet uns Hunde vom den Menschen.
Wir bleiben im Herzen immer mit unseren Menschen verbunden.
Ich weiß nicht wie lange ich gewartet habe, dass mein Herrchen oder irgendein Mensch
nach mir schaut, aber ich glaube, es war sehr lange. Denn ich erinnere mich sehr genau
an die Schmerzen in meinem Bauch und auch, dass mir das Atmen immer schwerer fiel.
Und immer noch dachte ich, irgendwann kommt ein lieber Mensch und lässt mich sein
Freund sein. Wahrscheinlich war ich irgendwann so schmutzig, dass mich die Menschen,
die an meinem Verschlag vorbeigingen, nicht wahrnahmen.
Die ganzen Nachbarn - ich habe lange versucht durch bellen auf mich aufmerksam
zu machen - sind denn alle blind und taub gewesen - keiner hörte oder sah mich?!
Schade, ich war wirklich ein treuer Freund. Wir Hunde wurden auf diese Erde geschickt um
unsere Menschen zu erfreuen, doch mir gab man die letzten Jahre keine Gelegenheit mehr
dazu.
Als ich endlich die Gelegenheit bekam, schaffte es mein altes , krankes Herz nicht mehr.
Ich legte mich vor Erschöpfung in den Dreck, weil es keinen besseren Platz gab.
Ich schlief in der Hoffnung ein, es wird ein Mensch kommen, den ich lieben darf.
Mit dieser Hoffnung habe ich meinen Weg über die Regenbogenbrücke angetreten.
Bitte denken Sie bei der nächsten Pflegschaft an die treuen Freunde Ihrer Patienten.
Denn wir sind von der Liebe und Fürsorge unserer Menschen abhängig,
sonst sterben wir an gebrochenem Herzen.
Und noch einen Satz zu den engagierten Menschen, Hilde, die Landseer Nothilfe und
die Neufundländer in Not. Grämt Euch nicht, dass Ihr zu spät gekommen seid und
mir nicht mehr helfen konntet.
Ich habe Euch noch gehört und gesehen, aber ich war schon so weit über die Regen-bogenbrücke gelaufen, dass ich die grüne Wiese mit all diesen Hunden gesehen habe
und ich wollte zu meinen Freunden und nicht mehr zurück.
Hier gibt es immer was zu fressen und was zu trinken, und es ist warmes schönes
Frühlingswetter. Ich bin wieder jung und gesund. Wir spielen den ganzen Tag zusammen.
Ob ich allerdings eines Tages meine speziellen, zweibeinigen Freunde hier oben freundlich begrüßen werde, wenn auch sie den Weg über die Regenbogenbrücke antreten?
Na, das werde ich mir noch einmal gut überlegen!
Und wenn Ihr meint, wir würden hier oben nicht alles mitbekommen, dann habt Ihr Euch
aber geirrt. Das ich jetzt in die Zeitung komme und sich auch schon die Polizei um
meine Angelegenheit kümmert, dass finde ich nun echt klasse.
Viele, liebe Grüße
Coco von der Regenbogenbrücken




Es ist eine recht traurige Geschichte, leider ist sie an der Tagesordnung. Häufig ist die Realität noch
schlimmer, weil die Hunde mental total gestört sind und praktisch nicht sozialisierbar!
Diese wahre Begebenheit soll alle, die einen Hund haben oder vor der Entscheidung stehen, einen
Landseer-Welpen ein neues Zuhause zubieten, zum Nachdenken anregen!
Die Geschichte von Lea
Ich weiss nicht mehr viel von dem Ort, wo ich geboren bin. Es war eng und dunkel und nie spielte
ein Mensch mit uns. Ich erinnere mich noch an Mama und ihr weiches Fell, aber sie war oft krank
und sehr dünn. Sie hatte nur wenig Milch für mich und meine Brüder und Schwestern.
Die meisten von ihnen waren plötzlich gestorben. Als sie mich von meiner Mutter wegnahmen, hatte ich
furchtbare Angst und war so traurig. Meine Milchzähne waren kaum durchgestossen und ich hätte meine
Mama doch noch so sehr gebraucht. Arme Mama, es ging ihr so schlecht. Die Menschen sagten, dass sie
jetzt endlich Geld wollten und dass das Geschrei meiner Schwester und mir ihnen auf die Nerven gingen.
So wurden wir eines Tages in eine Kiste verladen und fortgebracht. Wir kuschelten uns aneinander und
fühlten wie wir beide zitterten, ohnmächtig vor Angst. Niemand kam, um uns zu trösten. All diese seltsamen
Geräusche und erst noch die Gerüche - wir sind in einem "Petshop", einem Laden, wo es viele ver-
schiedene Tiere gibt. Einige miauen, andere piepsen, einige pfeifen. Wir hören auch das Wimmern von
andern Welpen. Meine Schwester und ich drücken uns eng zusammen in dem kleinen Käfig.
Manchmal kommen Menschen uns anschauen, oft ganz kleine Menschen, die sehr fröhlich aussehen,
als wollten sie mit uns spielen. Tag um Tag verbringen wir in unserem kleinen Käfig. Manchmal packt uns
jemand und hebt uns hoch um uns zu begutachten. Einige sind freundlich und streicheln uns, andere sind
grob und tun uns weh. Oft hören wir sagen "oh, sind die süss, ich will eines", aber dann gehen die Leute
wieder fort. Letzte Nacht ist meine Schwester gestorben. Ich habe meinen Kopf an ihr weiches Fell gelegt
und gespürt, wie das Leben aus dem dünnen Körperchen gewichen ist. Als sie sie am Morgen aus dem
Käfig nehmen sagen sie, sie sei krank gewesen und ich sollte verbilligt abgegeben werden, damit ich bald
wegkomme. Niemand beachtet mein leises Weinen, als mein kleines Schwesterchen weggeworfen wird.
Heute ist eine Familie gekommen und hat mich gekauft ! Jetzt wird alles gut ! Es sind sehr nette Leute, die
sich tatsächlich für MICH entschieden haben. Sie haben gutes Futter und einen schönen Napf dabei und
das kleine Mädchen trägt mich ganz zärtlich auf den Armen. Ihr Vater und Mutter sagen, ich sei ein ganz
süsses und braves Hundchen. Ich heisse jetzt Lea. Ich darf meine neue Familie sogar abschlabbern,
das ist wunderbar. Sie lehren mich freundlich, was ich tun darf und was nicht, passen gut auf mich auf,
geben mir herrliches Essen und viel, viel Liebe. Nichts will ich mehr, als diesen wunderbaren Menschen
gefallen und nichts ist schöner als mit dem kleinen Mädchen herumzutollen und zu spielen.
Erster Besuch beim Tierarzt. Es war ein seltsamer Ort, mir schauderte. Ich bekam einige Spritzen.
Meine beste Freundin, das kleine Mädchen, hielt mich sanft und sagte, es wäre ok, dann entspannte ich
mich. Der Tierarzt schien meinen geliebten Menschen traurige Worte zu sagen, sie sahen ganz bestürzt aus.
Ich hörte etwas von schweren Mängeln und von Dysplasie E und von Herz zwei. Er sprach von wilden
Züchtern und dass meine Eltern nie gesundheitlich getestet worden seien. Ich habe nichts von alledem
begriffen aber es war furchtbar, meine Familie so traurig zu sehen. Jetzt bin ich sechs Monate alt.
Meine gleichaltrigen Artgenossen sind wild und stark, aber mir tut jede Bewegung schrecklich weh.
Die Schmerzen gehen nie weg. Ausserdem kriege ich gleich Atemnot, wenn ich nur ein wenig mit dem
kleinen Mädchen spielen will. Ich möchte so gerne ein kräftiger Hund sein, aber ich schaffe es einfach nicht.
Vater und Mutter sprechen über mich. Es bricht mir das Herz, alle so traurig zu sehen. In der Zwischenzeit
war ich oft beim Tierarzt und immer hiess es "genetisch" und "nichts machen". Ich möchte draussen in der
warmen Sonne mit meiner Familie spielen, möchte rennen und hüpfen. Es geht nicht.
Letzte Nacht war es schlimmer als eh und je. Ich konnte nicht einmal mehr aufstehen um zu trinken und nur
noch schreien vor Schmerzen. Sie tragen mich ins Auto. Alle weinen.
Sie sind so seltsam, was ist los? War ich böse? Sind sie am Ende böse auf mich?
Nein, nein, sie liebkosen mich ja so zärtlich. Ach wenn nur diese Schmerzen aufhörten ! Ich kann nicht mal
die Tränen vom Gesicht des kleinen Mädchen ablecken aber wenigstens erreiche ich seine Hand.
Der Tisch beim Tierarzt ist kalt. Ich habe Angst. Die Menschen weinen in mein Fell, ich fühle, wie sehr sie
mich lieben. Mit Mühe schaffe ich es, ihre Hand zu lecken. Der Tierarzt nimmt sich heute viel Zeit und ist
sehr freundlich, und ich empfinde etwas weniger Schmerzen.
Das kleine Mädchen hält mich ganz sanft, ein kleiner Stich... Gott sei dank, der Schmerz geht zurück.
Ich fühle tiefen Frieden und Dankbarkeit. Ein Traum: ich sehe meine Mama, meine Brüder und Schwestern
auf einer grossen grünen Wiese. Sie rufen mir zu, dass es dort keine Schmerzen gibt, nur Friede und Glück.
So sage ich meiner Menschenfamilie Aufwiedersehen auf die einzige mir mögliche Weise:
mit einem sanften Wedeln und einem kleinen Schnuffeln.
Viele glückliche Jahre wollte ich mit Euch verbringen, es hat nicht sein sollen.
Statt dessen habe ich Euch so viel Kummer gemacht.
Es tut mir leid, ich war halt nur eine Händlerware.
Lea




